Weshalb die Japaner die griechische Antike mögen – Antikenrezeption in Anime und Manga (Gastbeitrag)

Bisher habe ich mich auf diesem Blog primär mit Medien beschäftigt, die im weitesten Sinne dem sogenannten westlichen Kulturkreis zuzurechnen sind und bei denen Antikenbezüge dementsprechend nicht sehr überraschend sind, da die antike Welt eben als eine Grundlage dessen gilt, was wir als westliche Zivilisation bezeichnen. Wie verhält sich dies aber bei anderen Kulturkreisen? Weshalb greifen z.B. japanische Kulturschaffende auf „unsere“ Antike zurück? Werden Elemente der Antike durch Literatur, Hollywood, Computerspiele etc. nach Japan vermittelt, während gleichzeitig Aspekte der japanischen Kultur auf ähnlichem Weg den Westen erreichen? Das ist sicherlich aus vielerlei Hinsicht zutreffend, doch ist der Fall gerade in Bezug auf Japan wesentlich spannender als man spontan meinen sollte, da die Japaner die Antike – besonders die griechische Antike – auf eine Weise vermittelt bekommen haben, die mir bisher vollkommen unbekannt war.

Nachdem unser Blog umgezogen ist, befindet sich der vollständige Artikel nun hier.

5 Kommentare zu „Weshalb die Japaner die griechische Antike mögen – Antikenrezeption in Anime und Manga (Gastbeitrag)

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  1. Naja, dazu sollte man vielleicht Erwähnen, dass die Antike, besonders die Überlieferungen dieser Zeit voller Helden und deren Taten steht, die vermutlich auch noch die nächsten 4000 Jahre Einfluss auf die Menschen haben wird. Egal ob Japaner, Chinese oder Europäer, die Heronen sind einfach Teil der Menschheit und das hat weniger mit der Kultur zu tun, als viel mehr mit dem was sie Darstellen. 😉

    1. Es geht in dem Artikel um die Frage, weshalb die Kultur X Elemente der Kultur Y anderen Elementen weiterer Kulturen gegenüber vorzieht.

      Die Antike hat ja historisch gesehen nicht das Geringste mit Japan zu tun, sodass sich die Frage stellt, woher das oben geschilderte besondere Interesse stammt. Man könnte sich ja auch für mesoamerikanische Mythen begeistern. Die Rolle Äsops belegt außerdem, dass es nicht einfach an einer allgemeinen Begeisterung für Heldengeschichten liegen kann. Äsop hat Tierfabeln verfasst. Es handelt sich hier also um ein wesentlich tiefergehendes Phänomen, was es umso spannender macht 😉

      1. Nicht wirklich. Griechische und Nordische Mythen gehören zu den am besten überlieferten, antiken Geschichten. Kaum jemand kenn die alten, ägyptischen Geschichte. Teils auch, weil die Überlieferung mehr als nur mangelhaft sind.

        Hinzu kommt, dass diese beiden alten Kulturen auch viele parallelen zu der japanischen Antike haben. Sie vereinen, aus japanischer Sicht, viele Werte der alten Samurai mit der Exotik eines fremden Landes. Ich würde sagen, damit haben sie den Nagel auf den Kopf getroffen, als sie westliche Geschichten übernommen haben.

        Spannend ist auf alle Fälle, ich sehe es nur weniger Rätselhaft als man glauben möchte 🐾🐱

        1. Wir verwenden den Begriff „Antike“ offensichtlich sehr unterschiedliche, aber das ist jetzt mal egal, weil ich an Deinem Kommentar etwas anderes spannend finde:

          Wir Althistoriker gehen in der Regel davon aus, dass nur etwa 1% der literarischen Zeugnisse der (griechisch-römischen) Antike erhalten sind, worüber wir natürlich gerne klagen, weil das ja letztlich nicht so sonderlich viel ist 😉 Von diesen literarischen Quellen widmet sich natürlich nur wiederum ein kleiner Teil den Mythen usw.

          (Die nordische Mythologie klammere ich hier aus, weil ich da als Althistoriker nicht so sonderlich viel zu sagen kann. Ich würde diese was ihre schriftlichen Zeugnisse angeht – abgesehen von den Berichten des Tacitus und des Prokop – eher ins Mittelalter einordnen.)

          Durch Deinen Kommentar angeregt stelle ich mir jetzt die Frage, wie unsere Zeugnisse zur griechisch-römischen Mythologie quantitativ zu bewerten sind im Vergleich zu denen anderer Epochen, Kulturen etc. (Altorientalistik, Ägyptologie, Keltologie, Altamerikanistik etc.).

          Es könnte schon sein, dass wir da im Vergleich tatsächlich gar nicht so schlecht dran sind. (Bei der Ägyptologie sieht es, glaube ich, etwas weniger schlecht aus, als Du meinst.)

          Da habe ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht, werde ich aber jetzt tun 😉

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