Es ist nicht tot, was ewig liegt … Von Mumien und mesopotamischen Dämonen

Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt.“ (Original: That is not dead which can eternal lie. And with strange æons, even death may die.) Dieses Zitat aus H.P. Lovecrafts The Call of Cthulhu passt schön zu einem Phänomen, dem ich mich heute widmen möchte: Der Verwendung ägyptischer und altorientalistischer Elemente im Horror-Genre.

Da der Blog umgezogen ist, kann man den vollständigen Artikel nun hier lesen.

23 Kommentare zu „Es ist nicht tot, was ewig liegt … Von Mumien und mesopotamischen Dämonen

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  1. Den alten Kumpel Baal kenne ich auch als Namensgeber der Baali, einer Antagonisten-Blutlinie in Vampire: The Mascquerade. Da gibt‘s auch einen Haufen Anlehnungen 😉

    Schön finde ich auch die positive Umdeutung von im Horror vorkommenden Anleihen an die Antike.

    Die Verfilmung von Stokers Mumie in Schwarzweiß hat mir als Kind wochenlange Albträume beschert, als ich aus dem Bett geschlichen über die Sessellehnen meiner Großeltern hinweg zu viel davon mitbekam … denn außerhalb des Horrors fand ich schon früh Mumien faszinierende Zeugnisse einer versunkenen Zeit. Erst recht, als mir klar wurde, dass man sie ja auch zerstörungsfrei untersuchen kann (mit Röntgenstrahlung in Form von Schattenbildern oder CT).

      1. Die haben da ein paar nette Konzepte drin, ja. Es gab auch einen Mumien-Spinoff, in dem Fragmente der Seele mumifizierter, altägyptischer Toter in den Körper eines schwachen, neuzeitlichen, frisch gestorbenen Individuums reinkarnierten und diese Seele komplettierten, um sie stark zu machen. Ich hab‘ das Quellenbuch noch rumliegen, erinnere mich aber nicht an Details. Ich hatte da einen sehr netten Charakter gebaut, der eine (fiktive) Priesterin aus dem Umfeld von Neferu-Re in ein Steinigungs-Opfer reinkarnieren ließ … hach, ich könnte nun in alten Geschichten schwelgen.

        1. Mumien: Die Wiedergeburt heißt es, war ein Ergänzungsregelwerk zum alten Vampire/Werwolf/usw., damals verlegt von Feder&Schwert in Deutscher Übersetzung, Original von White Wolf. Hübsches braunes Büchlein, ich hab’s gerade mal aus dem Schrank gekramt.

  2. Es gibt einen wundervollen Aufsatz über Sprachphilosophie und dem Bereich des Zwischensprachlichen in Wörtern wie „untot“ und die Idee des Zombies / der Mumie als Weitergedachte Philosophie Derridas

  3. Die US-Serie ,,Supernatural“ bedient sich auch immer querbeet aus allen Kulturen. Ägypten ist allerdings selten vertreten; summerische Gottheiten/Dämonen kommen da deutlich häufiger vor.
    Die Filmtipps aus dem Artikel habe ich mir sofort notiert. 😉
    Hättest du Empfehlungen zu Sekundärliteratur zu H. P. Lovecraft oder Poe zur Hand?

  4. Nicht nur Bubba Ho-Tep (Sandra und ich lieben den Film ja), nein auch noch Evil Dead. Das Buch ist eine sehr offen gelebte Anlehnung an Lovecraft.
    1. Bruce Campbell ist Gott
    2. Ich muss dringend wieder Bubba Ho-Tep schauen. Auf zum DVD Regal!

    1. 1. So sieht’s aus!
      2. Ich auch 😉

      Interessant, mal auf Leute zu treffen, die den Film auch mögen! Außer meinem Vetter kannte ich bisher niemandem, dem er auch gefallen hat 😉

      Außerdem bin ich großer Unterstützer der Idee, Bruce Campbell ein Kommando im neuen Star trek-Film zu geben:

  5. Den Exorzisten habe ich in meinem Leben bestimmt schon vier, fünf Mal gesehen und mag ihn sehr. Ich bin aber jedes mal wieder überrascht, wenn der Film mit Vater Merrick im Irak beginnt. Keine Ahnung warum ich das immer vergesse.

    Gozer hingegen bleibt in Erinnerung. Nicht nur das uralte Gottheiten aus dem Kühlschrank kommen können, wenn sie fragen, ob man ein Gott sei, sollte man lieber mit „ja“ antworten (obwohl ich sicher bin, das geht in beide Richtungen schief).

    Und Bubba Ho-Tep ist großartig. Muss ich unbedingt mal wieder sehen. Campbell hat sogar einen Audiokommentar in Character als Elvis eingesprochen…

    1. Ich hatte auch überhaupt nicht mehr auf dem Schirm, dass der Dämon aus Mesopotamien stammt.

      Ich denke ja, dass die Ghostbusters-Macher Schiss hatten, „echte“ Dämonen zu verwenden. Aberglaube bringt zwar Unglück, aber man kann ja nie wissen 😉

      Ich suchte gestern auf Deinem Blog nach einer Besprechung von Bubba Ho-Tep und prangere hier höchst offiziell an, dass ich keine gefunden habe 😉

      Dafür habe ich aber auf Deiner Twitter-Seite Deine Beiträge zu Teufeln, Geistern usw. gefunden, die ich noch durchlesen möchte.

      Den Audio-Kommentar habe ich mir noch gar nicht angehört. Muss ich noch machen!

      1. Ich gelobe spätestens diesen Oktober den unhaltbaren Bubba Ho-Tep Misstand auszugleichen! 😉
        War eigentlich schon letztes Jahr geplant, ich weiß nicht mehr, was dazwischen kam.

        Ich warne schon mal vor, dass Al Pacino aus Im Auftrag des Teufels nicht in meiner Teufelsliste auftaucht. Ein oft vorgetragener Kritikpunkt.. 😉

  6. In dem Kontext wäre es vlt noch passen, dass der Orient und Ägypten bereits in der Antike einerseits mit Zauberei und Wiedernatürlichkeit in verbindung gebracht wurde. Andererseits auch als Ursprung von vielen Errungenschaften gilt. Solon soll doch in Ägypten inspiration für seine Gesetzte gefunden haben. Damit hatten Griechen ein ähnlich ambivalentens Bild vom alten Orient und Ägypten, wie wir heute.
    Wahrscheinlich müssten die von ihnen genannten Buchauthoren auf römisch/griechische Berichte und christliche Beschreibungen zurückgreifen.

    1. Vollkommen richtig! Da gibt es auch einiges an Forschungsliteratur zu.

      Auch die Ägyptenreisenden ab dem 17. Jh. scheinen da äußerst prägend für unser heutiges Bild gewesen zu sein.

      Ich überlege gerade, noch eine extra Rubrik mit einer umfassenden Bibliographie zum Thema anzulegen.

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